Grüß Gott! – Darf ich vorstellen?

Unsere Pfarrgemeinde:

Lutherfigur_vor_Schloss

 

 

Die evangelisch-lutherische Pfarrgemeinde (Augsburgischen Bekenntnisses) Gloggnitz zählt heute 750 Seelen, die auf einem Gebiet von 250 km² in 34 Ortschaften leben (darunter die Kurorte Semmering, Payerbach, Reichenau an der Rax, Kirchberg am Wechsel).

In einer vom Katholizismus geprägten Gegend bilden die Evangelischen eine kleine Minderheit von ca. 4%; dies entspricht dem österreichischen Durchschnitt.

In der Reformationszeit, in der Österreich in weiten Landesteilen – wie in Niederösterreich zu 90% – evangelisch geworden war, fasste der Protestantismus auch im Schwarzatal Fuß, besonders unterstützt durch den Adel.
Selbst im Gloggnitzer Benediktinerkloster (dem heutigen „Schloss Gloggnitz“) zog die lutherische Lehre ein. Von Propst Staininger z.B. heißt es 1578, er sei „sektisch“ geworden, habe sich „beweibt“ und sei sogar bei seinen Gloggnitzer Pfarrern „auf ihren Hochzeiten gewest“ – Indizien dafür, dass die Mönche lutherisch geworden waren. Propst Ehrenhofer (1625-39) beklagte, dass durch „eingerissene Ketzerei“ die alten Bruderschaften erloschen.

Im Zuge der um 1600 einsetzenden Gegenreformation wurde das Land gewaltsam wieder rekatholiziert.

So fand man hier um 1800 erst neun Evangelische. Am 29. April 1906 wurde in einem gemieteten „Betsaal“ in Gloggnitz erstmals wieder nach der Gegenreformation ein evangelischer Gottesdienst gefeiert.

Die Betreuung seit 1860 erfolgte von Wiener Neustadt aus, ab 1903 von Neunkirchen.
Durch die neue Bahnlinie („Ghega-Bahn", heutiges Weltkulturerbe) und die dadurch florierende Industrie (Filztuch, Papier und Bergbau) wuchs die Seelenzahl stetig an.

1934 konnte unter Mithilfe des bekannten Heimatdichters Theodor Maria Vogel – er war ein Presbyter ( = Kirchenvorsteher) der Pfarrgemeinde – der Kirchengrund vom „Deutschen Turnerbund“ sowie von der Gloggnitzer Familie Kubacsek erworben werden. (Vogels Denkmal steht vor der Kirche.)

Politische Behinderungen nach 1938 und der Zweite Weltkrieg machten weit gediehene Kirchenbaupläne im Kurort Semmering hinfällig.

Erst als die Pfarrgemeinde 1946 selbständig wurde, konnte 1948 eine Schweizer Militärbaracke (eine Spende des Ökumenischen Rates der Kirchen) als Notkirche errichtet werden.
Es folgte 1953/54 das Pfarrhaus, das später erweitert und aufgestockt wurde, und 1967/68 das Gemeindezentrum.

Am 15. September 1968 konnte die Dreieinigkeitskirche eingeweiht werden. Architekt war der Wiener Clemens-Holzmeister-Schüler Dipl.-Ing. Rudolf Angelides († 2000).

Die Dreieckskonstruktion des Dachgewölbes weist auf die Trinität Gottes hin.
Die Zelt-Form erinnert daran, dass wir hier „keine bleibende Stadt“ haben (Hebräer 13,14) und dass „wandern“ und „sich ändern“ zum christlichen Leben gehören.
„Gottes Programm und Werk mit den Menschen“ erscheint in den zwölf Buntglasfenstern von Professor Günther Baszel († 1973).

1971 erhielt die Kirche eine Walcker-Orgel mit sieben Registern, einem Manual und einem Pedal.

Das Geläut im freistehenden Turm besteht aus drei zinnbronzenen Pfunder-Glocken.

Zu den für die Pfarrgemeinde enormen Kosten dieser Bauten leistete der Gustav-Adolf-Verein einen wesentlichen Beitrag.

Durch den Zuzug evangelischer Menschen (viele aus Naßwald hinter der Rax, dem Burgenland, Ungarn, Siebenbürgen und aus Deutschland) und durch Übertritte aus der römisch-katholischen Bevölkerung fand die Zahl der Gemeindeglieder in den Siebziger Jahren ihren Höhepunkt und ist seitdem sinkend.

Die konfessionellen Spannungen der Vergangenheit sind heute an der Basis vor Ort einem freundschaftlichen Verhältnis der Ökumene gewichen.

 

Kirche_G+Schloss
GLOGGNITZ
Evang. Dreieinigkeitskirche vor dem ehemaligen Benediktinerkloster (heute „Schloss Gloggnitz“)
mit der Röm.-kath. Propsteikirche Maria Schnee

 

In der Evangelischen Pfarrgemeinde A.B. Gloggnitz wirkten folgende Pfarrer:

1945 - 56       Karl Erich Fuchs
1957 - 78       Hellmut Santer sen. (NÖ Superintendent i.R.)
1978 - 88       Ralf Miro

1990 -             Andreas Lisson  andreas.lisson@evang.at


Auf dem Areal der Pfarrgemeinde wird an 15 Schulen und 6 Schultypen Evangelische Religion unterrichtet; neben diversen Volks- und Neuen Mittelschulen an der Neuen NÖ Sport-Mittelschule Gloggnitz, dem Sonderpädagogischen Zentrum Gloggnitz, dem Gymnasium der Röm.-kath. Erzdiözese Wien in Sachsenbrunn bei Kirchberg am Wechsel und an den Tourismusschulen Semmering (Hotelfachschule und Höhere Bundeslehranstalt für Tourismusberufe)

Gottesdienst
feiert die Gemeinde sonntags um 9.30 Uhr;

in der Regel zwei Mal monatlich sowie an hohen Feiertagen mit Heiligem Abendmahl. Kindergottesdienst ein Mal monatlich nach Vorankündigung.

Evangelisches Pfarramt A.B.
Dr.-Martin-Luther-Straße 2

A – 2640 Gloggnitz (Niederösterreich)

Tel. + Fax:  +43 (0) 26 62 / 4 22 79

Handy: +43 699 / 1 88 77 333

 

 


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aktualisiert am 26. Oktober 2018 von Webmaster Andreas Lisson